Online-consilium

„Klug zu fragen,
ist schwieriger als klug zu antworten.“

Aus Persien

Vier neue Projekte – 2012 auf Online umgestiegen

Dorsten unterm Hakenkreuz

Dorsten unterm Hakenkreuz

Die in den 1980er-Jahren von Dirk Hartwich und mir herausgegebenen und von der Forschungsgruppe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ mitgetragenen Bücher gleichen Titels sind schon lange vergriffen und nur noch in Antiquariaten erhältlich oder in der Dorstener Stadtbibliothek ausleihbar.

Da es inzwischen immer wieder Nachfragen vor allem von Lehrerinnen und Lehrern gibt, ob und wann die Bücher neu aufgelegt werden, die Druckkosten für ein Gesamtwerk der vier bzw. fünf Bände mit über 1.200 Seiten eine zu große finanzielle Belastung darstellen würden, soll die Online-Version dem Informationsbedürfnis, mehr über die Zeit zwischen 1933 und 1945 und die Jahre danach zu erfahren, gerecht werden. Die Texte wurden teilweise aktualisiert und neue Artikel und Dokumente hinzugefügt, so dass mittlerweile eine Dokumentation von rund 250 Artikeln entstanden ist. Online-Veröffentlichungen haben gegenüber eine regionalen Buchveröffentlichung zudem den Vorteil, dass sie weltweit gelesen werden können.

Spurensuche zwischen Hochmut und Angst, Schweigen und Verdrängen

Jüdische Allgemeine, 05.07.2012

Konkrete und anschauliche Erscheinungsformen des Nationalsozialismus in Dorsten zu sammeln, das Schweigen und Verschweigen damaliger Zeitgenossen zu überwinden und bis in die Niederungen einer unbewältigten Vergangenheit vorzustoßen, stieß nicht immer auf Gegenliebe. Oft waren die Schnittpunkte brauner Ereignisgeschichte mit denen der persönlichen Lebensgeschichte identisch oder lagen nah beieinander. Es galt zu klären, wie dicht jene Reihen geschlossen waren, die das Regime zusammen zu zwingen sich bemühte. Dabei schälten sich verschiedene Bereiche des „Anführens“, des „Mitmachens“ und des „Mitlaufens“ heraus, der Nicht-Anpassung und der Abwehr. Wo also standen die Dorstener Bürger in den Jahren 1933 bis 1945, als sich der Teppich brauner Gleichschaltung immer dichter über die Stadt legte? Was wussten sie? Was mussten sie wissen? Was hat sie beeindruckt und geprägt? Was ist ihnen zugestoßen? Nach 1945 wurde so ziemlich alles unter den lokalen Teppich gekehrt; die vergangenen uniformierten Jahre wurden „mit Anstand“ und Schweigen übergangen. Manch einer warf 1945 mit dem Hitler-Bild auch gleich Gesinnung und Gedächtnis weg. So ist es für jene Angst auslösend, wenn diese Zeit zurückgeholt und es deutlich wird, dass Hitler und seine Paladine die Verbrechen nicht allein begangen haben, sondern dass sie Mittäter und sie unterstützende Mitläufer hatten, überall – auch in Dorsten.

Link: www.dorsten-unterm-Hakenkreuz.de

DORSTEN-transparent

DORSTEN-transparent

„DORSTEN-transparent“ ist seit Januar 2012 online. Zusammen mit Dr. Helmut Frenzel gebe ich dieses Online-Magazin heraus. Es versteht sich als lokales Politik-Forum und hat zum Ziel, wichtige kommunalpolitische Themen aus den Hinterzimmern von Verwaltung und Politik ins Licht der Öffentlichkeit zu holen und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, an der Meinungsbildung über anstehende Entscheidungen mitzuwirken.

An solchen Themen ist kein Mangel. Wie geht es mit der Verschuldung weiter? Wie kann die finanzielle Autonomie der Stadt und ihre Handlungsfähigkeit wieder hergestellt werden? Die Bildungslandschaft ist im Umbruch. Wie kann sichergestellt werden, dass die anspruchsvollen Ziele des gemeinsamen Lernens und der Inklusion nicht nur zum Sparprogramm in den Schulen verkommen? Diesen und anderen Themen aus der Kultur, Geschichte, dem Sozialen und der Wirtschaft der Stadt wendet sich dieses Magazin zu, weitgehend Vergessenes wird wieder in Erinnerung gebracht.

Die Zielsetzung des Magazins mag mit einem Wort von Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, illustriert werden. In einer Rede beim „Dorstener Wirtschaftsgespräch“ 2011 sprach er davon, dass das, was vor der Haustüre geschieht, 85 Prozent der Aufmerksamkeit der Bürger auf sich ziehe. „Der lokale Journalist muss realitätssüchtig sein. Er muss auch dort Transparenz schaffen, wo sie nicht erwünscht ist. Er muss nicht die Antworten haben, aber die richtigen Fragen stellen. Transparenz schaffen, wo Mächtige lieber Dunkelheit wollen.“

Link: www.dorsten-transparent.de

Rothenburg unterm Hakenkreuz

Rothenburg unterm Hakenkreuz

Rund 270 Artikel informieren bislang über die nationalsozialistische Zeit der weltberühmten mittelalterlichen Stadt in Mittelfranken.

Eine zusammenfassende Darstellung und systematische Aufarbeitung der NS-Zeit gab es in Rothenburg ob der Tauber bislang nicht. Diese Online-Dokumentation verantworten Dr. Oliver Gußmann und ich als Herausgeber sowie als Träger das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Rothenburg. Mit der Darstellung der Geschehnisse zwischen 1933 und 1945 sowie der Jahre davor und danach stehen wir erst am Anfang des Versuchs, die offenen Fragen zu beantworten, wie es dazu kommen konnte, dass zwölf Jahre deutscher Geschichte, eigentlich nur ein Wimpernschlag, unauflöslich mit den Verbrechen der Nationalsozialisten und mit dem Namen Adolf Hitler verbunden sind und sie ausreichten, Europa zu zerstören. Und da sind wir dann auch bei der Kommune. Ohne die vielen kleinen Nazis in den Städten und Dörfern, ohne die vielen Mitläufer und Stummen wären diese zwölf Jahre nicht möglich gewesen. Damit lässt sich die unheimlich erscheinende Logik verbinden, dass diese Geschichte nur so und nicht anders abrollen musste. – Gerade Franken war schon lange vor 1933 ein besonders stark gebräunter Fleck auf der Landkarte Deutschlands.

Link: www.rothenburg-unterm-hakenkreuz.de

Dorsten Lexikon

Dorsten Lexikon

Im Mai 2015 ist es mit rund 2.400 Einträgen und vielen Fotos online erschienen. Es wird ständig aktualisiert und fortgeschrieben.

Was will dieses Nachschlagewerk? So oft wie möglich Auskunft geben über die frühen und gegenwärtigen Befindlichkeiten einer Stadt inmitten des sie umgebenden politischen, sozialen, kulturellen und landschaftlichen Umfelds, eingebettet in die gemeinsame, mitunter auch entgegenwirkende 2000-jährige Geschichte zwischen Römerlager, Durstinon, Herrlichkeit Lembeck sowie Vest und Kreis Recklinghausen. Dorstener Geschichte ist immer auch ein Stück Regional- und Landesgeschichte. Das wird durch dieses Lexikon deutlich. Bei den weit gefächerten Themen mit ihren mitunter kniffligen Begebenheiten und verwinkelten Sachverhalten war mit Telegrammstil und bloßen Fakten nicht viel zu machen. Sachinformationen mussten atmosphärisch flankiert werden, damit nicht nur ein Schmökerlexikon, sondern auch ein digitales Lesebuch der vestischen und Dorstener Geschichte und Gegenwart zustande kam, damit die Portionen, aus denen ein alphabetisches Kompendium seinem Wesen nach besteht, nicht Bruchstücke bleiben, sondern Happen bieten, die Appetit darauf machen, mehr von dieser Stadt, ihren Traditionen und ihrem Umfeld zu wissen und verstehen zu wollen. So ist dieses Werk im Spannungsfeld knapper Information, enzyklopädischer Schilderung, journalistischer Berichterstattung und literarischer Auszüge mit seinen Begriffen nicht bloße Aneinanderreihung von Fakten und Zahlen, sondern auch eine Geschichten- und Anekdotensammlung, über deren Artikel man hin und wieder auch mal schmunzeln kann. Wenn unsere Vergangenheit in diesem Online-Buch naturgemäß den weitaus größeren Teil einnimmt, so hat dies mit der nunmehr über 750-jährigen Stadtgeschichte und einer über 2000-jährigen Geschichte des Vests zu tun, denn die Gegenwart, das sagen uns die Philosophen, währt ja doch nur einen Augenblick, bis auch sie Geschichte ist.

Link: www.dorsten-lexikon.de